Selbstbau eines Heubedampfers/Modulbau - DIY

 

Vor der Lektüre dieser Unterseite empfiehlt es sich, die Einführung zur Heubedampfung nebenan zu lesen. Daraus siehe bitte:

 

http://www.helge-bernotat.de/heubedampfer-selbstbau-oder-turbo-122-c/

 

Copyrighthinweis
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Im Zweifel empfielt sich eine kurze Anfrage. Prüfung und evtl. Freigabe erfolgt natürlich kostenfrei.

Diese Selbstbaukonstruktion hat Anteile, die patentrechtlichen Schutz tangieren. Daraus ist nur ein nicht gewerblicher Nachbau zur Eigenverwendung zulässig. Jede gewerbliche Nutzung dieser Anleitung führt zu mindestens strafbewehrter Unterlassungsverfügung und u.U. dem Einzug der Geräte.

 

Vorbemerkungen:

 

Die in allen angebotenen Heubedampfern verwendeten Materialien* sind zweckentfremdet, dienen eigentlich anderen Funktionen. Beispielsweise Tapetenablösegeräte sind für den Einsatz in Innenräumen konzipiert und zugelassen, Boxen sind Zukauf aus dem Lebensmitteltransport, auf Kühlung ausgelegt. Alternative Boxen aus z.B. Aluminium setzen im Kontakt mit feuchtem Heu giftige Ionen frei, werden daraus hier nicht aufgenommen. 

Die Verwendung in der Selbstbaute ist zulässig, da sie auf eigenes Risiko** geschieht. Daraus und auch wegen jederzeit möglicher individueller Abweichungen, die sich unserer Kontrolle entziehen, wird hier keinerlei Haftung oder Gewähr übernommen. Siehe hierzu bitte auch unten.

In den Grenzen, die seitens der Physik und des bisher eingesetzten Materials (PP und ePP) gesetzt sind, gingen wir von den vorhandenen Lösungen aus, testeten diese und optimieren dort, wo es möglich und sinnvoll ist und das objektiv, ohne jegliches finanzielles Interesse.  Kaufempfehlungen ohne Kennzeichnung hier sind keine Werbung im formalen Sinn, da wir hierfür keinerlei Vergütung erhalten.

 

Und eine Bitte: Vor dem DIY Kontakt zu uns aufnehmen. Fragen kostet nichts und bewahrt Sie uU davor, Fehlkäufe zu tätigen bzw. Details zu übersehen.

 

*Parallel hierzu geht es auch um einen Innovationssprung, um Grenzen der eingesetzten Materialien und Geräte zu überwinden. Optimale Bedampfung wirkt maximal auf die pathogenen Keime am Heu, ohne die Inhalststoffe zu verändern. Dazu bedarf es höherer Temperatur mit daraus kürzeren Laufzeiten und hierfür geeigneten Komponenten. Dem widmen wir uns weiter unten.

 

** Gewerblich vertriebene Geräte, die in Serie auch über ein bekanntes Kleinanzeigenportal verkauft werden, sollten TÜV-, GS- bzw. jedenfalles CE-Kennzeichnung haben, auch wenn Verkäufer dort als "Privat" auftreten. Falls nicht,  sollte man bei Ankauf derartiger Konstruktionen eine Erklärung des Verkäufers einfordern, dass seine Konstruktion im Einsatz für´s Pferd unbedenklich und für den Menschen bei sachgerechter Handhabung risikofrei ist. Verkehrswesentliche EIgenschaften, wie Füllmengen und Temperatur, die dem Produkt seitens des Verkäufers zugeschrieben werden, sind zu erfüllen und sollten im Betrieb überprüft werden. Schadensersatz wegen Nichterfüllung, Wandelung, Minderung und Nachbesserung sieht der Gesetzgeber hier vor, um leichtfertiges Verhalten von Anbietern zu begrenzen.

 

1. Standardbehälter:

Um eine möglichst geringe Temperaturdifferenz zwischen oberem und unterem Bereich des zu bedampfenden Gutes zu erreichen, die Halme gleichmäßig anzufeuchten und in allen Anteilen den Effekt der Freisetzung, der im Dampf enthaltenen Enthalpieenergie zu nutzen, ist eine hohe zylindrische Form ungeeignet, deren Grundfläche  zu klein.

Wir haben auch Regentonne und Mülleimer in unsere Auswertung mit einbezogen. Durch ungünstige Form und fehlende Dämmung fällt deren Wirkungsgrad (Temperatur) bei kalten Temperaturen rapide ab, die Randbereiche bleiben kühl, werden zu nass, in diesen Bereichen setzt unweigerlich rasante Keimvermehrung ein*. Eine Nachdämmung verbietet sich auf Grund der geringen T-Stabilität von 80°C. Daraus ist auch von einer Freisetzung von Mikropartikeln auszugehen.

*Probeentnahme unter dem Deckel zur Laborauswertung - siehe Cavallo Selbstbauanleitung, besagt nichts über die Eindämmung der pathogenen Keime in den anderen Lagen des zu bedampfenden Gutes. Ein Griff in die Tiefe, an die Seitenwand oder in die Brühe am Boden (HG, HK und HM) wäre bei Probeentnahme angezeigt gewesen, ebenso wie Betrieb und Auswertung bei deutlichen Minusgraden. Darüberhinaus sagt Keimvermehrung nichts über das allergene Potential aus: Paradebeispiel ist unser Haselnußkuchen. Wer darauf allergisch ist, kann gerne eine Hälfte verspeisen und die andere eingraben.

Eine Petrischale kann nicht husten, ein Nachweis über allergenes Potential kann darin NICHT stattfinden.

 

Wir benötigen Dämmung. Bedampfer, die im Handel erhältlich sind, bestehen aus extrudiertem oder doppel-wandigen Polypropylen. Die doppelwandige Variante ist Transportbox der Britsh Airforce zur Versorgung von Truppenteilen mit dem Flugzeug, ein Eigenankauf daraus nicht möglich.

 

Daraus prüfen wir die Variante, die mit

P/EURO 1/1 einem Produkt der Skufa GmbH ausgeliefert wird.

Inhalt: 306 Liter, Innenmaß (Länge-Breite-Höhe): 1120 x 720 x 380 mm, Wandstärke 40mm

-Anpassungen wie Anfasen der Innenkanten oder Stabilisierung des Deckels und der Seitenwände werden wir prüfen.

2. Kondensatabscheider:

Jedes System kondensiert Dampf zu entmineralisiertem Wasser, das dem Körper "Funktionsstoffe" entzieht. Ein  Großteil dieser ausgefallenen Flüssigkeit sammelt sich am Boden des Behälters. Bis das System auf Temperatur kommt, fließt nur Wasser, das am Boden verbleibt und nicht mit aufgeheizt wird.

*copyright: JoJoR

Ohne Trenngitter würde hier das Heu am Boden mit dieser auch keimtragenden Brühe durchsuppen - Geruchsprobe nach Entnahme belegt eingetretene Aktivität von Bakterien u.a.

Die Feuchtigkeit am Heu oberhalb des Kondensatabscheiders verdunstet weitgehend nach Entnahme. Jedenfalles ein Manko, der gewerblich vertriebenen Exemplare. Zulässig und empfehlenswert ist hier privates Nachrüsten zur Eigenverwendung s.u.

Wobei das Gitter der oberen Box (bei Aufstockung) Entnahmehilfe ist und nach Abschaltung der Dampfzuführung den Temperaturabfall deutlich verlangsamt: Box komplett mit Füllung abheben und für spätere Fütterung zur Seite stellen.

Materialauswahl: Maschenweite 5,5 mm mit Drahtstärke 0,8 mm punktverschweißt und kohlenstoffarm.

 

Man kann auch auf Grillroste aus dem Fachhandel (Grillrost.com) zugreifen, um seine Gitter zu erhalten (s.u.) - nur bitte Edelstahl, keinesfalles Zink, Aluminium oder Chrom. Als Auflager des unteren Gitters gingen auch Winkelstücke oder zwei Schienen längs mit L-förmigen Querschnitt. Lochbleche als Gittermaterial sind zu undurchlässig, bremsen den Dampfstrom ab:

Bild 1: Kondensatabscheider, unten.

Bild 2: entbehrliche Entnahmehilfe obere Box in der 600er-Ausführung.

 

Auflager Kondensatabscheider bei Nachrüstung
Auflager Kondensatabscheider bei Nachrüstung
Kontaktaufnahme über "Klick"
Kontaktaufnahme über "Klick"

 

3. Dampfverteiler:

Um eine gleichmäßige Dampfverteilung im zu behandelnden Gut zu erreichen, lassen wir den Dampf aus einem mehrfach angebohrten Gummischlauch (nach M. Engel, Hamburg) ausströmen. Der nur gekürzte Schlauch würde zu  Säulenbildung führen. Alternativ steht uns ein selbstgefertigter Metallring zur Verfügung - s.u. - um Vergleichs-ergebnisse erzielen zu können.

Vorab:

Die Gesamtfläche (Lumen) aller Bohrungen muss in einem bestimmten Verhältnis zur Fläche des Innendurch-messers der Dampfzuleitung stehen. Zu kleine Bohrungen würden Druck aufbauen, Schlauch oder Gerät würden uU überlastet. Zu große Bohrungen würden ein ungleichmäßiges Ausströmen des Dampfes verursachen. (s.u.)

Achtung: Das gesamte Zuleitungssystem ist bei Frostgefahr nach jedem Betrieb zu entleeren durch abkoppeln und schräg stellen. Darin gefrierendes Restwasser würde Probleme bereiten.

 

Schlauch-Zukauf ist möglich über gängige Benzinleitungen aus dem Bootszubehör etc.

Im Grunde läßt sich auch der doppelwandige Originalschlauch* (übergangsweise?) verwenden.

*mechanische Belastbarkeit?

 

 

4. alternative Ausformung:

 

Präzisionsbohrungen* ( s.u. ) verteilen den Dampf etwas feiner als der Gummischlauch. Innendurchmesser 9mm

 * individuell auf Füllmengen und Geräteleistung(en) der/s Dampferzeuger(s), Oberfächeninnenseite des  Zuleitungs- und Verteilersystems (Strömungs-

   verhalten) und dessen Länge bzw. Verzweigung abgestimmt.

 

Die funktionale Verbesserung im Vergleich zum

Gummischlauch ist vom Kosten-Nutzen-Verhältnis bei der Einzeleinspeisung nicht ausreichend.

 

Da Kupfer im Kontakt mit Heu dazu neigt, im feuchten Milieu "Grünspan" zu bilden, ist eine Verwendung nur empfehlenswert, wenn ein Trenngitter dieses vom Heu trennt. Liegt Heu direkt auf, sollte Edelstahl zum Einsatz kommen. Jedenfalles bitte zertifiziertes Kupfer für die Warmwasserversorgung einsetzen, da Billigware durchaus auch Blei etc. freisetzen kann.

 

 

Im weiteren ergab die Auswertung, dass es sinnvoll ist, in der 600er-Variante bei deutlichen Minusgraden zwei Dampferzeuger einzusetzen, die strömungstechnisch gegeneinander laufen, um vertretbare Resultate zu erzielen. Hier hat das Metallsystem, das hydraulisch optimiert (Beachte Patentschutz!) wurde, im Vergleich zum Gummischlauch doch Vorteile, welche allerdings auch Kostensteigerung verursacht. Daraus:

Bei Bedarf (Eigenverwendung) bemühen Sie bitte die Firma, welche hier demnächst hinzukommen wird - s.u.

 

5. Bohrungen:

 

 -Standard mit Einzelbedampferversorgung:

  13 Bohrungen a 2,5mm, über den Schlauch (bei 9mm Innendurchmesser!) verteilt und waagrecht nach innen

  ausgerichtet:

 

 

Am Kreidestrich entlang werden die Bohrungen ge- setzt. Wer eine kleineren Verteilerring am Boden des Behälter montiert, sollte dann in beide Richtungen (innen und außen) bohren. Jedenfalles waagrecht ansetzen, denn:

-bis das System auf Temperatur kommt, fließt nur Wasser

 und würde den folgenden Dampfstrom bremsen.

-ein nach oben gerichtetes Einblasen des Dampfes ins Heu,

 bewirkt eine ungleichmäßigere Dampfverteilung und

-Restwasser im System kann gefrieren und dann Probleme 

 bereiten.

Bei der Verwendung zweier Dampferzeuger, die gegeneinander laufen, muss der Durchmesser der Bohrungen angepaßt werden. Wir gehen hier auf 3,5mm bei 13 Bohrungen und Innendurchmesser 9mm.

 

6. Kupplung:

 

Zur Verbindung zwischen Dampferzeuger und Verteilung eignet sich eine Kupplung, wie sie bei Kompressoren verwendet wird. Allerdings müßte hier unbedingt der Verschlusskolben entfernt werden.

 

Daraus verwenden wir Schnellkupplungen mit freiem Durchgang:

 Set 1: Art.Nr. 26KFTF09MPX für die Kupplung, 26SFTF09MXX für den Stecker. Schlauchinnendurchmesser hier 9mm. Bei Verwendung z.B. einer Bootsbenzinleitung bitte auf deren Innendurchmesser achten und entsprechend bestellen.

 

Set 1 : Einzelanschluß (1x) und beidseitiger Anschluß zweier Dampferzeuger (2x)
Set 1 : Einzelanschluß (1x) und beidseitiger Anschluß zweier Dampferzeuger (2x)

oder

Set 2: Art.Nr. 26KFTF09MPX (1x), 26SFIW17MXX (1x), YA17 (1x) und GT 17/09 (2x) für den Anschluss beider Schlauchenden an einen Dampferzeuger.

Set 2 : Anschluß Ringleitung
Set 2 : Anschluß Ringleitung

Zur Verlängerung bitte 2 x RL 17/17 zufügen: Der Anschlußstutzen für die Kupplung  wird durch eine Bohrung* durch eine der lange Seitenwänd des Behälters geführt. Die zwischengesetzten Verlängerungen werden durch Beilagscheiben in der Boxenwand stabilisiert. An die Y-Form schließt der Gummischlauch als Ring an:

*sollte nachgerüstet werden sollen, Position der Bohrung bitt abfragen.

Zukauf möglich über Fa. MAKU klick*

 

In der möglichen Kombination ohne Schlauchwechsel, sieht das dann beispielsweise so aus - hier ohne Verlängerung und Beilagscheiben:

Wobei der Schlauch an der Unterseite des Trenngitters befestigt werden kann, allerdings dann zur täglichen Reinigung* mit entnommen werden müßte.

*angekippt auf die Seitenwand stellen und mit dem Schlauch ausspritzen. Daraus keine feste Verbindung zwischen den Behälterteilen (Scharniere!)

 

Wir verwenden besser Clipse der Heizungsbauer, die allerdings verspröden und von Zeit zu Zeit getauscht werden müssen. Die Bohrungen zur Befestigung sind 2,8cm über dem Boden des Behälters zu setzen:

Bei Verwendung des Originalschlauches bitte die kleinere Größe (12mm) wählen. Zwischen Clip und Innenwand, Schraube und Aussenwand sind Unterlegscheiben - s. Bild 2 - zwischensetzen. Bild 3: beide Positionierungen sind möglich.

 

 

7. Dampferzeuger:

 

Je nach Belieben kann hier aus dem Baumarkt zugekauft werden.

Zuleitungsschlauch sollte (?) bei jedem Gerät getauscht werden - siehe oben unter Dampfverteiler.


Für einen Schlauchwechsel muss der Anschluß-Stutzen in Metall (**-siehe Bilder unten) ausgeführt sein.

Bitte unbedingt auch einen Blick dort auf die Schlauchenden, ob verschraubt oder vergossen. Jedenfalles wählen Sie die mit Verschraubung, die Vergossenen konnte man früher vorsichtig ausfräsen, da sie einen Messingstutzen hatten, der in den Schlauch ragte, manche Geräte haben eine Kunststoffausführung, die unlösbar ist.

 

Idealerweise arbeitet man parallel mit zwei Geräten in täglichem Wechsel. Befüllung* mit milder Säure bis zum Rand in den Pausen verhindert Keimwachstum und Leistungsminderung (Stromkosten!)

*Bitte zum Bedampfen kein Regenwasser verwenden, aus darin enthaltenem Vogelkot würden abgetötete Bakterien thermostabile Endotoxine freisetzen.

 

**

Dampf hat 100°C und der kommt aus jedem Standardgerät gleich welcher Preis- und Leistungsklasse (kW). Mehr Leistung (kW) steigert nicht die Temperatur, bedingt aber eine schnellere und höhere Dampfzufuhr und damit letzendlich eine Beschleunigung des Prozesses. Setzt man 2 Geräte gleichzeitig ein, bedarf es allerdings einer Stromversorgung mit 2 Steckdosen ( 2x1,5er Kabel auf jeweils 16Ampere) oder einer Doppeldose (25Ampere über 2,5er Zuleitungskabel).

2 Geräte zu gesamt ca. 90.-€ im Vgl. zu einem SFP* zu 605,-€ sind dennoch Kriterium.

*Zweikammergeräte können im lauwarmen Tank - siehe Einführung - Keime anlagern und würden damit zur "Sporenkanone". Bei Besiedlung mit Bakterien, würden diese im Dampfstrom zwar abgetötet, setzten dabei aber Endotoxine frei und sowohl diese, als auch die abgetötete Fracht, würde ins Heu geblasen.

 

 

  Bild 3: Kupplungen hier mit Originalschlauch (links) und gewechselter Ausführung (Gummi) rechts.

 

8. Heumenge und Verteilung:

Der Kleinbund, dessen Schnüre nur aufgeschnitten werden, zeigt in Abhängigkeit der Restfeuchtigkeit, mit der er bei der Heuwerbung eingebracht wurde uU in den einzelnen Rippen Verdichtungen oder auch ausgerissene Wurzelballen auf, welche nicht vollständig und gleichmäßig durchströmt werden. Die Folge wäre hier Anfeuchtung und niedrige Temperatur in diesen Anteilen. Rapides Keimwachstum würde dort einsetzen.

 

 

Desweiteren kann die Charge Fremdanteile enthalten, die es jedenfalles zu entfernen gilt:

Hier ein Zwergmausnest, dessen Inhalt nicht feuchtwarm bebrütet werden darf - die mit der Gießkanne (s.u.) vorher auch noch zu duschen und es wird vollends gruselig: Botulismis* ist tödlich!

(*T-Resistenz Clostridiensporen 130°C-20min-2Bar)

Ampfer, Knöterich und Kreuzkraut (rote Stengel) müssen aussortiert werden.

 

Daraus muss das Heu auch zur Kontrolle* komplett aufgelockert werden, um es danach gleichmäßig und vollflächig zu verteilen und nur moderat zu verdichten - die Erreichbarkeit jedes Halmes für den Dampf, s.u. - muss sichergestellt werden. Es dürfen dabei keine Kanäle im Heu gebildet werden, KEINE Befüllung in Netzen.

Bei 600l Boxenvolumen kommen wir hier auf eine Füllmenge Heu von 17 bis  max. 20kg, um optimale Wirkungen zu erzielen. Siehe bitte Bilder in Folge, die Beutel enthalten jeweils 6,5kg Heu.

*Sensorische Prüfung auf partielle Veränderung/phytosanitäre Mängel.

 

*copyright JoJoR

Enthaltene Askarideneier (Pferdespulwurm) sind thermisch auf Grund einer Ummantelung aus Lipoproteinschicht und Chitin hochresistent und weiteres Problemfeld. Auch hier setzen wir auf die Enthalpieenergie*, die auskondensierender Dampf freisetzt.

*Vgl. Verbrühung mit Wasser 100°C und Dampf 100°C: Verbrennungen 3. Grades bzw. Gewebeschädigungen bis in die Tiefe: Die im Dampf enthaltene Energiemenge ist zu 20% Anteil, der Wasser auf 100°C erhitzt und zu 80% die Energiemenge, die für die Überführung in den gasförmigen Zustand erforderlich ist.

 

Anmerkung hierzu:

Wir haben über 7 Jahre Bedampfung begleitet, um auch Langzeitfolgen in den Blick zu nehmen,

obwohl unser betroffener Hengst desensibilisiert wurde, auch eine Möglichkeit, über die es nachzudenken gilt.

Ergebnis daraus:

Man benötigt pro Kilogramm Heu ein Volumen von ca. 30 Litern, um dauerhaft risikofrei verfüttern zu können. Dann erreicht der Dampf alle Halmoberflächen, kondensiert an Ihnen aus und setzt dabei die enthaltene Enthalpieenergie auf den pathogenen Anhaftungen frei. Temperatur und Durchfeuchtung sind gleichmäßig. Wer Ihnen über Füllmengen anderes erzählt, hat sicher nicht die Gesundheit Ihres Pferdes im Blick, sondern sein Umsatzinteresse. Gipfeln derartige Beratungsgespräche dann auch noch in Aussagen wie: "Bedampfen würde "schädliche Schimmelsporen beseitigen", wird es vollends verantwortungslos. Da beseitigt sich nichts. Sporen von Schimmel, die durchaus auch ohne offensichtlich erkennbare phytosanitäre Mängel im Heu enthalten sein können, sind Reproduktionseinheiten der aktiven Pilze. Damit sind zwangsläufig auch Mykotoxine = hochtoxische Stoffwechselprodukte dieser im Heu enthalten. Rauchendes Heu bzw. jeder Ansatz eines dump-muffigen Geruches sind Ausschlußkriterium oder wollen Sie Ihr Pferd schleichend fortlaufend vergiften. Beseitigen bzw. Entfernen jeglicher Keime bis hin zur toten Milbe, sollte denn auch wie funktionieren?

 

9. Übergießen mit Wasser:

 

Definitiv nicht. Pathogene Anhaftungen würden nach unten gespült, sich dort in einer Pfütze sammeln, die den Bereich kühler und daraus keimfähiger hält. Das am Halm verbliebene Wasser wäre weiteres Medium, das mit aufgeheizt werden müßte, also kontraproduktiv. Wer sich hier auf die Studie von Moore-Colyer, Lumbis, Longland und Harris veröffentlicht bei PLOS ONE | DOI:10.1371/journal.pone.0114079 November 26, 2014 auf Plos. org* beruft, sollte diese auch gelesen UND richtig interpretiert haben: Heuproben wurden wie gezogen!

 

 

10. Abdichtung:

 

Wozu? Wir wollen keine Sättigung der Luft mit Dampf im Inneren des Behälters erzielen, sondern reinen Dampf  einwirken lassen. Dazu muß die vorhandene Luft entweichen können. Wer hier meint, eine Temperaturerhöhung durch Drucksteigerung zu erzielen:

 

 

-Um 120°C zu erreichen benötigt man deutliche         

 Drucksteigerung.

-Polypropylen (hart und extrudiert) ist temperatur-

 stabil bis 100°C und würde darüber verspröden.

-Wir arbeiten mit 8 Bar in den Gräben

 gegen die Herkulesstaude, (Injektion in den Wurzel-

 ballen), das benötigte andere Materialien.

 

11. Temperaturmessung:

 

Jedenfalles zur Verwendung in der Selbstbaute bzw. Kontrolle eines fertig gekauften Gerätes zwingend erforderlich. Zwei Bedampfer strömungstechnisch gegeneinander laufen zu lassen, beschleunigt den Verlauf und steigert die Temperatur.

Es empfielt sich der Zukauf eines Backofenthermometers: Messungen natürlich unten, in einer Verdichtung etc. und zu unterschiedlichen Außentemperaturen (Minusgrade!) auch um das Gerät kennenzulernen. Dies auch oder insbesondere bei vorinstallierten Thermometern, deren Messgenauigkeit nicht bekannt ist!

 

Warnhinweis:

Jedenfalles muss auf allen Halmoberflächen eine Temperatur von mind. 70°C für mind. 20 Minuten erreicht werden, um ein rasantes Keimwachstum zu unterbinden, welches dem Organismus mittelfristig schweren Schaden zufügen würde. Das ist Mindestanforderung, hiermit sind wir nicht im grünen Bereich, thermophile Bakteriensporen benötigen deutlich höhere Temperaturen.

 

 So sieht das dann im Betrieb mit 2 Dampferzeugern aus, die gegeneinander "laufen":

 

 

 

 

 

Polypropylen hat Temperaturstabilität von 100°C im Dauerbetrieb. Die unterschiedliche Ausdehnung der im Material enthaltenen Luft von innen nach außen verändert die Materialdichte innenseitig langfristig zunehmend. Zur Erinnerung: Wir verwenden hier allesamt Materialien, die für andere Zwecke konzipiert wurden. Edelstahl-T-Schienen, die als Rahmen in den Fugenbereich eingebracht werden können - Bild folgt! - stabilisieren die Boxenwände, eine langsame Materialerweichung verhindern diese auf Dauer nicht.

 

 

Fazit:

Die verwendeten Materialien, ob ePP (100°C) bei HM und HK oder auch PP(100°C) beim HG, sind hiermit weitestgehend ausgereizt. Eine Eigenbaute, die es ermöglicht, ein derartiges Equipment mit Kondensatabscheider zur Verfügung zu haben, ohne die gewerblichen Preise zu bezahlen, die gefordert werden, sehen wir durchaus als gute Lösung an: Doppelbox, 2 Bedampfer, Gummischlauch und Zubehör, 1 Kondensatabscheider und gut. Vertretbare Gesamtkosten und durch den Einsatz zweier gegeneinander laufender Bedampfer auch eine gesteigerte Halmoberflächentemperatur, die aus erhöhter Kammertemperatur resultiert.

Jedwede Stabilisierung der Box mit Edelstahlanbauteilen verändert nur die Optik, nicht die Physik! Eine Europalette und 4  geignete Räder (mind. 10cm Durchmesser) darunter, Wachstuch drüber, kostet auch keine 180,-€.

Eine Mengensteigerung, weil z.B. die bedampfte Heumenge für den Pferdebestand nicht ausreicht, läßt sich nur über eine Verkürzung der Laufzeiten durch wesentliche Temperatursteigerung erzielen, welche die bisher (s.o.) eingesetzten Materialien im Dauerbetrieb überforderte, denn keinesfalles ist die Heumenge zu erhöhen. Den nur aufgeschnittenen Kleinballen einzustellen, wie empfohlen wird, könnte darüberhinaus s.o. fatale Folgen haben.

Um hier weiterzukommen, gilt es auch andere Materialien und andere Dampferzeuger zu erproben.

Daraus, auch um Anfragen über alternative Boxen zu beantworten: Eine Edelstahlinnenverkleidung dürfte maximal in Form einer hauchdünnen, fest verklebten Folie im Behälter eingesetzt sein, da dieses sonst zu viel Energie kostet und die Durchfeuchtung der Randbereiche maximieren würde. Behälter in Schrankform sind denkbar ungeeignet, Temperaturverteilung und Befüllung sind hier Schwachstellen.

 

Unser Turbo mit stufenlos ansteuerbarer Dampftemperatur bis 155°C und mehr, ist Konzept für die Forschung und würden auch nur für diese Zwecke gefertigt und zur Verfügung gestellt. Ndtz. liefert er uns  Auswertung und  Erkenntnisse:

 

Daraus ist ein weiterer Prototyp* in Entwicklung:

 

Gesteigerte Dampfeintrittstemperatur über Hochleistungsgerät an neu konzipierter Box: Laufzeiten von <45 Minuten werden angestrebt. Über Zubehör wird eine Desinfektion der Box nach z.B. Druseinfektion oder bei Befall mit Pfriemenschwänzen ermöglicht. Selbstredend auch Austattung, um Box mit "Ar-Oma-dampf"- s.u. zu versorgen.....

Wir überwinden Hürden, welche seit den 90er Jahren die Effektivität in der Bedampfung begrenzt haben: Temperaturstabilität der Boxen und Eingangstemperatur des Dampfes waren immer limitierende Faktoren mit daraus langen Laufzeiten, hohen Stromkosten und einer zwangsläufigen Kontamination bei Befüllung der Dampferzeuger im Stall. Geplante Markteinführung in 2021/22.

 

*Gemäß UWG ist der gelb unterlegte Bereich als Werbung zu kennzeichnen

Bild 1: Harmonisierung Prototypen* - Bild 2: Bedampferbox 600l designed by K. Müller-Bernotat und  J. Gebhardt - Bilder 3+4: Sondermodell Dampferzeuger

*Zielsetzung ist es, durch die Einwirkung der Enthalpieenergie des Dampfes i.V.m. einer Temperatur von deutlich über  90°C* auf den Heuoberflächen (Beachte T-delta Kammer- und Heuoberflächentemperatur) und den daran haftenden pathogenen Stäuben eine Strukturveränderung derer allergieauslösender Proteinbestandteile durch Denaturierung anzustreben. Allerdings dürfen hierdurch keine z.B. Rohfaseranteile "weichgekocht" werden, da dies die Kautätigkeit und somit das Sättigungsgefühl reduzierte und die Peristaltik des Darmes einschränkte.

Daraus muss die Laufzeit auf Minimum reduziert werden, um maximale Wirkung auf die Anhaftungen zu erzielen mit nur minimaler thermischer Veränderung der Inhaltsstoffe.

Wir realisieren in der Abstimmung der Komponenten eine Dampfeingangstemperatur von vorab 110°C, um durch gesteigerte Temperatur den Prozeßverlauf zu beschleunigen.

Die Einspeisung erfolgt unter dem Kondensatabscheider, der aus dieser Kammer gleichmäßig aufsteigende Heißdampf durchströmt das eingebrachte Gut. 95°C Kammertemperatur sind Mindestanforderung um die Halmoberflächen und deren Anhaftungen entsprechend aufzuheizen.

Der TD6 liefert mit einer Vorheizzeit ca. 1 Minute 10kg Dampf pro Stunde, wird direkt an eine Wasserleitung mit Mindestdruck von 2,5 Bar angeschlossen und mit 16A Starkstrom betrieben. Zur Entkalkung sind bodenseitig Messingverschlüsse vorgesehen, die ein regelmäßiges Ausspülen (Intervalle nach Härtegrad des Wasser) schnell und einfach durchführbar machen. Siehe hierzu auch: https://youtu.be/fPP_EGs2Hms

*Zitat Prof.Dr. Winter durch U. Bletzer in Reiter-und-Pferde-in-Westfalen.

                                                                                 

Damit landen wir allerdings auch in einer anderen Preisklasse. Um hier jedem gerecht zu werden*:

 

Wir wurden kontaktiert, Interessierte haben sich gemeldet, um zu der Selbstbauanleitung Module zu fertigen.

In Anbetracht der teuren, gewerblichen Alternativen (HG, HM und HK), welche zur Verfügung stehen und der doch handwerklich anspruchsvolleren Eigenarbeiten, die für eine optimierte Selbstbaute erforderlich sind, werden wir diese Pläne unterstützen. In Folge werd hier links eingestellt, welcher Ihnen Zukauf von Kondensatabscheider, Einspeisesystem inkl. Montagematerial und Kupplungs-Set zum Einsatz in der Selbstbaute, ermöglichen wird. Selbstverständlich mit Adapter für den Einzelgerätebetrieb bei deutlichen Plusgraden***. Ergänzt wird dieses Angebot dann auch mit einer Ausstattung für Ihren Pferdeanhänger, welche eine Inhalation ätherischer Substanzen - s.u. - ermöglicht.

 

Daraus besteht dann auch die Möglichkeit, Modelle der Meister- und Königsklasse nach- und auszurüsten. Sinnlogischerweise dann, wenn ein SFP-Dampferzeuger ausgetauscht werden muss und Kosten bei Eigenkauf in Höhe von 605,- zzgl. Versand anstehen würden.

 

Nach Wahl bewerkstelligen Sie dies selbst oder Sie kommen rum bzw. lassen zustellen.

 

*Gemäß UWG ist der gelb unterlegte Bereich als Werbung zu kennzeichnen

 

 

***

 


Ein erstes Muster wurde gefertigt. Natürlich als Erstling in Kupfer, gelötet. Auch im Bild der Adapter, um im Sommer auf Einzelgerätebetrieb umstellen zu können.

 

Zwischenzeitlich ist es natürlich für jeden machbar, die Konstruktion des HM und des baugleichen HK mit beispielsweise einem Benzinschlauch aus dem Bootszubehör und den oben eingestellten MAKU-Teilen zu realisieren. Der Schlauch wird, wie oben ausgeführt, angebohrt und lose am Boden eingelegt und damit wäre eine gleichwertige Funktion zu deutlich geringeren Anschaffungskosten auch schon erreicht. Platzierung der Bohrung für die Dampfzuführung bitte erfragen, wenn nachgerüstet werden soll. Nach Inbetriebnahme prüfen Sie bitte das Gut vom Boden des Behälters.

 

Neu Köpfe, neue Gedanken:

 

Warum nicht Dampf auch "zweckentfremden" und Ätherisches in die Box blasen. Wie geht man so etwas an, setzt es um?

 

Töpfe auf Omas Dachboden waren schnell gefunden, ein Anschluß für Dampferzeuger schnell gebastelt. Mal gucken.

Als Kräuter gab es "nur" Lavendel auf die Schnelle.

Darin enthaltener Linalylakohol hat hohes Allergiepotential, daraus keine Wiederholung.

Jedenfalles hat dieser Probelauf bewirkt, dass im Umkreis von dutzenden Metern, eine deutlich wahrnehmbare Durchsetzung der Luft mit den freigesezten Aromastoffen wahrnehmbar wurde. Übertragen wir das auf Box von 12 Quadratmetern oder einen Pferdeanhänger, wäre das u.U. Möglichkeit,

das Bronchialsystem zu entlasten? Wir bleiben dran.

 

Um weitere Erkenntnisse zu gewinnen haben wir das Ganze in unsere Sauna verlagert, natürlich ohne Betrieb der Saunaheizung. Zum Einsatz kam Kamillenblütentee, um mögliches allergenes Potential* bei diesem Eigenversuch auszuschließen. Ein sehr angenehmes Erlebnis noch ohne bronchial wirksam zu sein, hier bedarf es bestimmter Pflanzenarten, denn auch Kamille hat je nach Pflanzenart und Standort unterschiedliche Inhaltststoffe.

 

*Hierbei  ist zu berücksichtigen, dass wir Dampfaerosole mit Wirkstoffen anreichern, deren Partikelgröße so gering sein kann, dass diese auch alveolargängig sind, bis in die Lunge gelangen können. Daraus müssen alle Inhaltsstoffe der verwendbaren Pflanzenteile gaschromatographisch ermittelt werden, um jedwede Gefährdung der Pferde auszuschließen. Daraus bitte keine eigenen Experimente auf der Grundlage dieses Ansatzes.

 

Übersichthalber, öffnen wir hier einen neue, vorerste gesperrte Unterseite. Passwort für  "Ar-OMA-dampf" auf Anfrage an Interessierte, welche sich an der Erprobung unter eigener tierärztlicher Betreuung beteiligen möchten. Pflanzenauswahl, Bezugsquelle und Inhaltsstoffe sind in Arbeit. Voraussetzung für jedeweden Einsatz am Pferd ist, um das zu betonen, Kenntnis aller freigesetzten Inhaltsstoffe. Wir brühen keinen Tee auf, die 4-fache Enthalpieenergie des Dampfes wirkt tiefer auf die Zellstrukturen ein, als ein Wasserbad von 100°C dies könnte.

 

Für diesen neuen Ansatz, aber auch insgesamt ist ein Allergietest - siehe hier hinterlegten link immer in Erwägung zu ziehen. Dieser kann helfen, die Ursachen mancher Probleme zu identifizieren, um so einschätzen zu können, ob vielleicht auch eine Desensibilisierung in Frage käme.

Und: -siehe auch  Haupttext- Wesentliche vorab ist eine Überprüfung aller Haltungsbedingungen.

 

Sollten Fragen aufkommen, können Sie diese gerne an uns richten. Jede Bearbeitung ist und bleibt unsererseits natürlich kostenfreier Dienst am Pferd. Allerdings setzen wir aus Zeitgründen voraus, dass Sie alle Ausführungen zur Heubedampfung gelesen haben. Dann aber gerne: "Kontakt aufnehmen"

 

Ihnen alles Gute, Ihren Pferden gute Besserung und bei Gelegenheit auch bitte einen Blick auf die Ausführungen zum Stallklima unter:

http://www.helge-bernotat.de/stallklima-luftreinigung/

denn die Stäube am Heu gefährden auch uns selbst (Farmerlunge!).