Rotterförderung zur Humusbildung

 

Deutsche bodenkundliche Gesellschaft: "Humus ist Grundlage unseres Lebens!"

 

Jährlich gehen schwarze Böden durch Abwehungen und Auswaschungen weltweit verloren. Der Verlust sind Milliardenwerte und darüberhinaus die Fähigkeit, auf diesen Böden Früchte zu ziehen, deren z.B. Aminosäuren als ausgewogen anzusehen sind. Das Liebig´sche Fass verdeutlicht die Folgen auch nur einer fehlenden AS in den Früchten***. Daraus dieser Ansatz aus Pferdekot** durch Inokulation in einem beschleunigten Verfahren, Dauerhumus zu gewinnen.

Zur Anwendung kommen:

-Destruenten des Edaphons wie z.B. Würmer (=endogäische  und tiefgrabende anözische Regenwürmer) - s.u.

-Beschleunigung des Cellulose-, Hemicellulose- und Ligninabbaus mit cellulolytischen (=Cellulose zersetzenden)

 Bakterien und Pilzen der Gattung Trichoderma bzw. alternativ Milchsäurebakterienstämme nebst Gärsäuren,

 unterstützt durch eine Spurenelementmischung aus Sulfaten.

-Stickstoff - reiner Kot ist kein Mist und somit stickstoffärmer - alternativ kommen hier stickstoffbildende

 Bakterien auch zum Einsatz.

-Konverterkalk zur Säurepufferung insbesondere bei hohem Anteil an Hobelspänen (Einstreu Unterstand)

-optional Urgesteinsmehle etc.

 

** Pferde schließen Zellwandproteine erst enzymatisch im Dickdarm auf. Dort findet aber keine Resorption mehr statt, so dass ihr Kot reich an Aminosäuren als Grundlage für eine effektive Umsetzung ist. Darüberhinaus ist eine Antibiosenbelastung eher als gering anzusehen.

*** Ziel muß sein, dass der AS-pool zu jeder Zeit vollständig und in der richtigen Kombination aufrechterhalten wird. Dafür ist zusätz- lich eine hohe Qualität des Aminosäurenmusters im Protein entscheidend. Fehlt nur eine (essentielle) AS oder ist diese in zu geringer Menge vorhanden, wird die Proteinbildung geschwächt und es können uU massive Probleme beim Eiweißstoffwechsel auftreten.

 

 

Sämtliche Beigaben werden  natürlich einzeln geprüft auf Wirkungsgrad bzw. Kosten-Nutzen-Verhältnis.

 

Basisliteratur:

 

Erhard Hennig: "Geheimnisse der fruchtbaren Böden", OLV Kurt Walter Lau, 5. Aufl. 2011:

 

 

Hierzu siehe bitte folgende Details*

 

Desweiteren sehr zu empfehlen:

 

 

"Die Zukunft pflanzen - WIE KÖNNEN WIR DIE WELT ERNÄHREN" - ein Film von Marie-Monique Robin aus der arte Edition - absolut Medien GmbH, Berlin

 

Der Film skizziert Lösungsmodelle für eine der zentralen Fragen der Zukunft.             

 

 

 

                                                   

 

                                                                                                         Zum Trailer*

 

und außerdem:

 

Wenn wir demnächst 9 Mrd. Menschen zu ernähren haben, müssen wir umdenken.

Capra skizziert einen möglichen

Paradigmenwechsel:

 

"Leseprobe"

 

 

 

 

 

"Es treffen sich zwei Planeten. Man fragt einander, wie es denn geht. Der Eine: "Ich habe Homo sapiens. Das juckt und drückt überall!". Darauf der Andere: "Das wird man auch wieder los, mach Dir mal keinen Kopf. Ach übrigens, es heißt heute nicht mehr Homo sapiens, sondern Homo suicidalis!"

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

*Copyright: fischerverlage.de

 

Nun zur Praxis:

 

Erstmal mit einem Blick zu den Nachbarn, um zu lernen:

 

Wer sich die Mühe macht, von Grohne* und Hennig zu lesen, wird sehr schnell darauf kommen, dass die Bildung von Kompost in die Miete verlegt werden muß, um zufällige Einwirkungen im Freiland und Störfaktoren zu vermeiden. Es geht um die Bildung von Dauerhumus, der nur diese Endstufe erreicht, wenn neben Pilzen und Bakterien AUCH Würmer, Milben etc. beteiligt sind. Der Prozeß muß eine aerobe Verwesung bewirken und darf keinesfalles in den Bereich der anaeroben Fäulnis durch z.B. Staunässe in der Feldrotte abzweigen.

 

Kennzeichen von Dauerhumus im Ggs. zu Nährhumus, der von Bakterien leicht zersetzt wird und mi- neralisiert, ist ein N-C-Verhältnis von 1:10 ( bei einem Kohlenstoffgehalt von etwa 50% mit daraus 5-6%N).

Nährhumus zum Vergleich hat ein N-C-Verhältnis von etwa 1:20, Wurmhumus einen Gesamt-N-Anteil von ca. 1,4%!

 

Hennig empfiehlt dem Saatgut beim Drillen reifen Kompost beizumischen (schnellere Jugend- und größere Wurzelentwicklung, bessere Bestockung, Verminderung von Auswinterungsschöden,

höhere Widerstandsfähigkeit gegen Erkrankung...).

 

 

Vorgaben Freilandrotte

Mistsammlung hat auf fester Platte zu erfolgen. Bei Verlagerung auf Feld sind zwingend folgende Vorgaben zu beachten:

-Max. Lagerzeit: 6 Monate - die natürliche verlaufende Verrottung auf gesundem Boden liefe ca. 12-18 Monate!

-Mindestabstand einer neuen Feldrotte: 50 Meter

-Abdeckung durch Flies, damit kein Niederschlag zu Auswaschungen führen kann

 

 

Umsetzung und Prozeßsteuerung

1. Phasen

  - Heißrotte zur Reinigung - Temperaturerhöhung, pH-Wert-Absenkung, Feuchtigkeit:

    Je nach Anteil von Stallmist oder reinem Kot der Weide und Freilandhaltung wird Stickstoff zugesetzt.

    Darüberhinaus: Temperaturerhöhung auf max. über 2.

  - Zuführung von Regenwürmern, Hefen, Pilzen , Bakterien und weiteren Destruenten des Edaphons, wie

    etwa Einzellern, Springschwänzen und Bodenmilben. Temperaturbegrenzung auf <30°C, Anhebung

    des pH-Wertes auf >6,5.

 

2. Temperaturabsenkung in 2 und -anhebung in 1 über eine Wärmepumpe.

 

3. Reinigung der Umgebungsluft: siehe hierzu bitte diesen Ansatz*

   

Anmerkung:

Dieser Optimierungsansatz dient der beschleunigten Gewinnung von Dauerhumus unter Dach. Daraus werden hier Inokulationen aufgeführt, die im Freiland nicht unbedingt zugeführt werden müssen.

 

Wo geht die Reise möglicherweise hin:

 

1. Bedeckung einer Maisprobefläche mit niedrigwachsenden Leguminosen (Klee) / Untergräsern

2. Einscharen einer 20cm breiten V-förmigen Rinne im Saatreihenabstand in den o.g. Bestand

3. Phosphat-Unterfußdüngung

4. Einhäufeln von Dauerhumus* in die Rinne.

5. Saatgut einbringen

* darin enthaltene Regenwürmer bilden Wurzelstraßen in die Tiefe (Wasserversorgung) und perforieren

  auch tiefliegende bindige Bodenanteile auf Dauer

 

Prognostisch dürfte dieses Verfahren den Einsatz von Düngemitteln und PSM verringern, die weitgehend erhaltene Bodenabdeckung ist Schutz vor Erosion und Austrocknung und gleichzeiig Stabilisator der Fahrspuren.

Humus ist organische Komponente des Bodens und speichert Mineral- und Nährstoffe, verbessert Luft- und Wärmehaushalt und steigert die Wasserhaltekapazität, ist somit Grundlage für

Stoffabbau-Stoffumbau-Stoffneubau.

 

Praktische Umsetzung:

Fortsetzung "unter Dach" folgt!

Ausgangsstoff und Umsetzung nach 6 Monaten:

Nebenwirkungen:

 

 

Fazit:

Wer heute sein neues Aquarium mit Leitungswasser befüllt, ist gut beraten, sich einen Teich zu suchen, der lebt ohne dabei allzu große Algenbelastung aufzuweisen, um sein Aquarium zu impfen. Entsprechend wird ein Misthaufen auf lebendem und gesundem Boden ohne Staunässe ebenso von Destruenten bezogen werden.

 

Die Vorgaben zur Freilandrotte stehen diesem jedoch entgegen, da Mist maximal sechs Monate in unbefestigten Feldlager-mieten liegen darf, der natürliche Rotteprozeß aber die zwei- bis dreifache Zeit benötigen würde. Die hier skizzierte Beschleu-nigung verkürzt diesen Prozeß erheblich durch systematische Inokulation mit den Destruenten des Edaphons in hoher Konzen-tration, wobei maßgeblich ist, dass diese unterschiedlichen Beteiligten alle vorhanden sind bzw. eingebracht werden. Es gilt hierbei zu beachten, dass Rotteprozesse einhergehen mit der Bildung von Huminsäuren, der damit verbundenen Ansäuerung und einer Temperaturerhöhung. Beide Faktoren schädigen lebende Destruenten. Die Inokulation mit diesen ist somit erst nach Säurepufferung durch Kalkung zu empfehlen, so dass sich hier ein zweistufiger Prozeß ergibt.

 

Um jedenfalls auch sicherzustellen, dass es bei der hier angestrebten Kreislaufwirtschaft zu keiner Reinfektion mit Endoparasiten kommen kann, müssen diese mit abgetötet werden.

Zur Erinnerung: Askarideneier sind umhüllt von einer chemisch resistenten Membran innen,welcher ein Chitinmantel folgt, den wiederum eine Lipoproteinschicht schützt. Daraus ist ein mehrfaches Umschichten der Rotte, um Aussenschichten in den Kern zu verlagern, zwingend notwendig.

 

Es gilt zu unterscheiden zwischen Förderung und Beschleunigung. Förderung ist Inokulation mit allen Destruenten des Edaphons und braucht seine Zeit. Beschleunigung, gleich welcher Art, führt zu Temperatursteigerung und verstärkter Bildung von Huminsäuren, welche beide Regenwurm&Co reduzieren. Auch ist es nicht ratsam, Produkte zu verwenden, deren Zusammensetzung nicht exakt gekennzeichnet ist. Die Verwendung von Pulvern, die Sporen von Hefen, Pilzen oder Bakterien enthalten, bergen das Risiko, Partikel die alveolargängig sind , zu inhallieren.

Daraus: Jede Beschleunigung kann nur unter kontrollierter Steuerung von Temperatur, pH-Wert und Feuchtigkeit erfolgversprechend verlaufen. Wesentlich ist in jedem Verfahren, dass eine Versorgung der Rotte mit allen Destruenten des Edaphons  erfolgen muss. Eine Förderung die nur einen Teil dieser Mitspieler einbringt, kann man sich sparen. Stattdessen jedenfalles empfehlenswert: Regenwürmer von der Wurmfarm.

Vor dem Hintergrund, dass Garten- oder Blumenerde, wo auch immer man sie kauft, fast ausschließlich Moorentnahmen sind, bietet sich aber hier eine echte umweltschonende Alternative. Voraussetzung für eine Umsetzung durch "Jedermann" wäre die Unterscheidung zwischen uringetränktem Stallmist und reinem Pferdekot durch den Gesetzgeber.